Dienstag, 2. September 2014
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Wie wir uns selbst sehen – Ein Experiment von Dove

Wie wir uns selbst sehen – Ein Experiment von Dove

Wie wir uns selbst sehen und wie andere Menschen uns im Gegensatz dazu betrachten, zeigt sehr eindrucksvoll das am Montag von Dove veröffentlichte Video:

In einem Experiment trafen eine Reihe von Frauen auf einen vom FBI ausgebildeten Phantomzeichner und wurden gebeten, ihr eigenes Aussehen zu beschreiben. Durch einen Vorhang voneinander getrennt, skizzierte der Künstler die Frauen auf Basis ihrer Selbstbeschreibung und bat sie dabei um Details hinsichtlich ihrer Gesichtsstruktur, Haarlänge und auffälliger Merkmale.

Jede der Frauen wurde zudem vor dem Versuch gebeten, eine der anderen Teilnehmerinnen kennenzulernen und im zweiten Schritt aufgefordert, das Gesicht dieser Frau dem Phantomzeichner zu beschreiben, der die Angaben in einer weiteren Skizze umsetzte.

So entstanden für jede Frau zwei Skizzen, die am Ende des Videos enthüllt werden. Die Unterschiede sind bemerkenswert.

Laut Dove bezeichnen sich weltweit nur 4% aller Frauen selbst als schön. Dabei sind ein Großteil der Frauen hinsichtlich ihres Aussehens ihre schärfsten Kritiker.

Schönheit empfindet jeder anders und muss Quelle für (Selbst-)Vertrauen sein – nicht für Sorge! So hat sich durch dieses Experiment und das überraschende Ergebnis meine Sicht auf Schönheit in jedem Fall verändert.

Haben Sie auch “Ihr” Bild im Kopf gezeichnet und die Veränderung bemerkt?

Über Gordon Seipold

Mein Name ist Gordon Seipold. Ich bin Jahrgang '78, liebe Herausforderungen, Menschen, gutes Essen und Technik, teile gerne mein Wissen, arbeite inzwischen lieber im Café statt im Büro und schreibe in meinem Blog über lustige Begebenheiten, Nachdenkliches, "nerdiges" und Dinge, die mich interessieren. Kennenlernen kann man mich vorzugsweise persönlich, aber auch über Facebook, Instagram, Google+, Linkedin und Twitter.

4 Kommentare

  1. Das Video hat mich sehr überrascht und zeigt deutlich: Schönheit ist relativ. Es ist schade, dass wir uns selbst mit einem verzerrten Selbstbild wahrnehmen. Ein sehr eindrucksvolles Ergebnis! Um die Frage zu beantworten: mein Bild hat sich dadurch in gewissen Punkten verändert und ist “weicher” geworden.

    • Vielen Dank für Deine Antwort. Es ist schön zu lesen, dass sich Dein Bild positiv verändert hat. Häufig folgt auf das angepasste Selbstbild eine Veränderung der Wahrnehmung und der Reaktionen der Aussenstehenden. Das empfinde ich immer als sehr spannend und interessant zu beobachten.

  2. Nette Idee, erschreckendes Resultat – aber mal ehrlich, eine vom Kosmetikriesen Dove durchgeführte, werbewirksame “Studie” hat weniger Aussagekraft als eine Rosine in einer Düsenflugzeugturbine.

    Es gäbe da zunächst einmal knapp Einemilliarde unbeantworteter Fragen, etwa: Wieviele Frauen haben teilgenommen? Bei 100 Frauen (das wäre ein angemessenes Minimum, um überhaupt von soundsoviel Prozent sprechen zu können) hätte der Zeichner bereits 200 Porträts anfertigen müssen. Armer Kerl. Wie wurden die Frauen ausgewählt? Sind im Video überhaupt die “Studienteilnehmerinnen” zu sehen oder sind das Schauspielerinnen?

    Ich halte letzteres für sehr wahrscheinlich.

    Wäre doch gut möglich, dass die PR-Hengste von Dove sich ein paar authentische Studien zur Selbstwahrnehmung geschnappt haben um davon ausgehend einen als Wissenschaft getarnten, unterhaltsamen Werbespot zu produzieren und damit auf Kundenfang zu gehen? Oder ist diese Kampagne purer Nächstenliebe entsprungen?

    Falls dieser Spot Frauen tatsächlich hilft, sich selbst schöner zu finden: prima. Allerdings wird die Marke “Dove” in ihrem Kopf unterbewusst mit diesem guten Gefühl verknüpft bleiben – so funktioniert Werbung nunmal. Andere verknüpfen mit Dove Tierversuche, fragwürdige Chemiecocktails und eine Ratzeputz-Firmenethik (nicht vergessen: Unilever ist die große Mama im Hintergrund) . Nicht so cool für Dove.

    Bevor ich also eine Laudatio auf Dove anstimme, denke ich mir: Echte, ehrliche “Hilfe” für das weibliche Selbstwertgefühl sieht anders aus. Das hier ist Kundenbindung, Marketing, kalkulierte Strategie. Dove will verkaufen. Kosmetikprodukte. Du bist Dove – mit Verlaub – scheißegal, solang du ihren K*ckdreck kaufst. Und eigentlich müsste Dove es begrüßen, wenn du dich selbst hässlich findest – denn schließlich versprechen einige ihrer Cremes und Puder Abhilfe.

    Entschuldigung, wenn ich so tadelnd schreibe, es ist nicht so, als würde ich mich aufregen. Ich finde es nur schade und unfair, mit welchen Mitteln finanzstarke Großkonzerne versuchen, die Köpfe der Menschen zu annektieren. Da muss man im Gegenzug schon mal mit der Faust auf den Tisch hauen.

    Die Kritik richtet sich wohlgemerkt auch nur gegen Dove, nicht gegen deine Website, Gordon. In die habe ich in den letzten Tagen immer mal wieder reingeschaut und viel Schönes dabei entdeckt.

    Mit besten Grüßen und im Guten!

    brudertaktiker

    • Dove hat – laut eigenen Angaben – im Zuge der Studie “Die ganze Wahrheit über Schönheit“ weltweite über 6.400 Frauen in 20 Ländern im Alter zwischen 18 und 64 Jahren zum Thema Schönheit und Selbstbewusstsein befragt.

      Das “Ergebnis” dieser aus Telefon-Interviews, Online-Befragungen, etc. erstellten Studie wurde dann werbewirksam u.a. in dem Spot verarbeitet. Sicher wurden nicht 200 Bilder gezeichnet und sicher gab es wohl ein Casting, um die passenden Charaktere zu finden. Die Aussage des Spots spiegelt teilweise die Ergebnisse der Studie wieder. Dove wirbt seit einigen Jahren schon damit, dass es nur gutaussehende Frauen gibt, regt – meiner Meinung nach – durch Spots – darunter auch bspw. “Ich sehe was, was du nicht siehst – und das ist schön” – auch zum Nachdenken an. Neben der werbenden Aussage.

      Sicher ist, dass Unilever ein Interesse hat, Produkte zu verkaufen, um damit Gewinne zu erzielen. Aber welchem Unternehmen möchte man ein uneigennütziges Handeln attestieren? Wohl keinem, das Werbung macht, Geld verdient und wächst. Nächstenliebe gibt es in der Werbung nicht! Der Verbraucher sollte dies inzwischen verstanden haben … Und wem das nicht klar ist, sollte man die Faust nicht auf den Tisch hauen, sondern die flache Hand sanft auf den Hinterkopf ;)

      Schauen wir uns doch mal in unserem nächsten Umfeld um. Wir werden feststellen, dass die wenigsten Personen – egal ob Männer oder Frauen – sich selbst als “schön” bezeichnen würden. Selbst wenn wir diesen “Selbstkritikern” sagen, dass sie “schön” sind – weil wir davon selbst überzeugt sind! -, wird uns doch im Regelfall entgegnet: Ach was, Du schmeichelst mir, schau’ doch hier und schau’ dort – ich sehe nicht gut aus.

      Durch den Spot wird Dove wohl kaum die direkte Steigerung des Selbstwertgefühl bei allen unter dem Schönheitsdruck leidenden Menschen erreichen, sondern – so zumindest bei mir – dazu anregen, mich selbst ein wenig realistischer zu betrachten und vor allem, wie positiv und schön es ist, dem ein oder anderen Menschen um mich herum zwischendurch zu sagen, dass er gut aussieht bzw. was mir an ihm gefällt.

      Für Deine klaren Worte bedarf es keineswegs einer Entschuldigung. Vielmehr danke ich Dir für Deinen Kommentar und die Vervollständigung meines Blogeintrages um eine kritische und ermahnende Sichtweise! Danke!

      Und, um den Aspekt “Chemiecocktails” in Kosmetik noch anzusprechen:
      Rund ein Drittel der Pflege- und Kosmetikprodukte auf dem deutschen Markt enthalten hormonell wirksame Chemikalien! Das hat eine BUND-Studie ergeben – mehr auf: http://www.bund.net/toxfox
      Der BUND bietet auch eine iPhone-App an, mit der man noch im Laden feststellen kann, ob das gewünschte Produkt hormonell wirksame Chemikalien enthält.
      Ich selbst war erschrocken, wie viele der von mir verwendeten Produkte derartige Substanzen beinhalten!

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